Voll erwischt!

Überstunden, kaum Pausen, kaum Schlaf… Alles zu laut, zu hektisch. Ohrenstöpsel im Dauereinsatz.

Das seit 2,5 Wochen. Meine Arbeit macht mir Spaß, aber das drum herum nicht. Letzten Samstag ging dann gar nichts mehr. Maske aufsetzen funktionierte einfach nicht. Die Tränen waren kaum zu stoppen. Einfach nur weil ich völlig durch war, total reizüberflutet. Keine Energie, keine Möglichkeit mich abzugrenzen, alles prasselte auf mich ein.

Ich suchte Zuflucht im Wald, weil ich dort immer durchatmen kann, weil die Natur für mich die beste Therapie ist, aber selbst das Vogelgezwitscher, was ich sonst beruhigend finde, war mir einfach zu laut. Da half nichts mehr außer der totale Rückzug. Bett, Tee und vor allem Ohrenstöpsel… absolute Stille. Welt aus!

Aber auch dort kam ich zu Anfang nicht zur Ruhe. Völlig erschöpft aber aufgewühlt. Ich versuchte die Tränen zu unterdrücken, ich wollte nicht mehr weinen, nicht mehr fühlen… nur noch schlafen.
Je mehr ich gegen die Tränen ankämpfte, desto schlimmer wurde es. Es hatte mich voll erwischt. Erst als wieder diese drei Worte auftauchten, spürte ich eine Erleichterung:

Annehmen was ist!!!

 Ich akzeptierte die Tränen, die Erschöpfung, die Verzweiflung und konnte endlich loslassen und schlief langsam ein. Fast 15 h hab ich geschlafen. Das hat mein Körper anscheinend dringend gebraucht.
Sonntags ging es mir dann gut und ich konnte mit neuer Kraft in die neue Woche gehen.


Ruhe aus;
Ein Feld, das geruht hat,
trägt herrliche Ernte.
– Publius Ovidius Naso –


Wieder neue, zusätzliche Aufgaben, neue Probleme, jede Menge Überstunden und Ohrenstöpsel auf Dauer. Aber diesmal habe ich jeden Abend den Tag „abgeschlossen“. In Dankbarkeit darauf geschaut was ich geschafft habe und alles was im Kopf noch so an offenen Themen auftauchte auf einen Zettel geschrieben und für den Abend verabschiedet. Tränen die raus wollten haben ich fließen lassen und so konnte ich in Ruhe schlafen und morgens wieder frisch in den Tag starten.

Heute bin ich auch völlig erschöpft und reizüberflutet von der Woche, aber ich gönne mir jetzt direkt die Ruhe und vor allem die Stille die mein Körper braucht. Dieses Wochenende mache ich nur das, was mir gut tut. Kreativ sein, vielleicht etwas lesen oder einen Film schauen und vor allem ab in die Natur. Ein Seelen-Wochenende! 🙂


Ist die Seele ruhig,
so wird auch der Körper bald beruhigt.
– Novalis –


Seit ich meine Hochsensibilität erkannt und akzeptiert habe, achte ich viel besser auf mich, meinen Körper und meine Bedürfnisse und kann viel schneller eine Besserung erzielen anstelle wieder wochen-/monatelang „durchzuhängen“.  Ich erkenne wann der Rückzug zwingend notwendig ist und gönne mir einfach die Zeit. Die Zeit für mich.


Entspannen sollte man immer dann,
wenn man keine Zeit hat.
– Sprichwort –

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.