Glückliche Menschen schreiben kein Tagebuch

Ich bin heute schon früh aufgewacht und konnte nicht mehr einschlafen. Da habe ich es mir gemütlich gemacht, Kerzen angezündet, einen Tee gekocht und mir mein Tagebuch genommen um ein paar Zeilen zu schreiben. Durch Zufall habe ich eine Seite geöffnet, die eine sehr positive Erinnerung in mir hervorgerufen hat. Also habe ich weiter geblättert… ein altes Tagebuch genommen und darin ein wenig gestöbert und das nächste… Schon ist eine 1 h schnell vergangen 🙂
Und dabei ist mir eine große Veränderung aufgefallen.

Meine Tagebücher reflektieren ganz deutlich mein Leben und meine Einstellung zum Leben. Meine aktuellen Tagebucheinträge zeigen wie sehr ich meinen Fokus verändert habe. Sie zeigen dass ich in der Lage bin das Positive überall zu sehen und zu leben. Ich habe die Opferrolle verlassen und mein Leben in die Hand genommen. Sicher gelingt mir das nicht jeden Tag und es gibt auch noch einige Baustellen in meinem Leben, aber dennoch kann ich aus jedem Tag etwas Positives ziehen… und sei es nur, dass ich gesund am Morgen aufgestanden bin.
Das sehe ich ein wenig anders als Herr Kopp.
Ich schreibe eigentlich schon immer Tagebuch. In meiner Jugend beinhalteten diese meistens Geschichten über Jungs, verliebte Kritzeleien, romantische Bildchen, etc. und irgendwelche Cliquen-Ereignisse. Damals habe ich immer viel geschrieben. Ganze Romane, mehrere Seiten pro Tag. Oftmals habe ich meine Gefühle in Gedichten ausgedrückt. Meine Tagebücher waren mein Heiligtum, meine ganze Gefühlswelt war darin enthalten. Wenn ich ein neues Tagebuch geschenkt bekam oder es mir selber kaufte, konnte ich gar nicht erwarten es mit Leben zu füllen.
Im Laufe der Jahre hat sich das stark geändert. Während Ausbildung und nebenberuflichem Studium nahmen die Regelmäßigkeit sowie auch die Länge der Beiträge ab. Oftmals nur ein kurzes Statement zum Tag. Ich verlor die Lust am Schreiben, es war mir zu aufwendig, ich nahm mir die Zeit einfach nicht mehr.
Während meiner „Burn-out-Phase“ vor 4 Jahren fing ich wieder an zu schreiben. Ich habe versucht mit dem Schreiben das Positive in meinem Leben „wiederzufinden“. Leider ist mir das aus heutiger Sicht nicht gelungen. Ausweglose Gedanken und Texte, Verzweiflung, Angst… Zu Zeiten der großen Erschöpfung war ich gar nicht in der Lage zu schreiben. Mir fehlte die Energie, die Konzentration. Es war mir gar nicht möglich sinnvolle Sätze zu verfassen.
Heute sind meine Tagebucheinträge motivierend. Ich nehme mir jeden Abend die Zeit – auch wenn ich noch so müde und erschöpft bin – ein paar Zeilen zu schreiben. Ich schreibe die Erfolge des Tages auf und die Geschenke die ich erhalten habe. Geschenke in Form von netten Gesprächen, Umarmungen, Sonnenuntergängen usw. Welche Personen haben mich heute inspiriert oder war ich es am Ende etwa selber? Was ist meine Erkenntnis des Tages? Was habe ich getan um meinem Ziel näher zu kommen?
Am Anfang habe ich immer überlegt „Hm, was ist de
nn heute tolles passiert“ und es war sehr mühsam etwas zu finden. Das ist heute anders. Und der Schlüssel liegt in der Achtsamkeit. Ich nehme heute vieles anders wahr.
Tagebücher sind ein wichtiger Teil meines Lebens und sie helfen mir das Positive in meinem Leben zu stärken.
Wie seht ihr das?
Schreibt ihr Tagebuch?

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