Raus aus der Depression, rein ins Leben!

Vor einiger Zeit habe ich mit Kerstin Werner über meine Depression und den Weg hinaus gesprochen. Schritt für Schritt habe ich mein altes Leben hinter mir gelassen und Veränderung zugelassen.

Danke an alle, die in dieser Zeit zu mir gestanden haben: meine Familie, meine Freunde, meine Ärzte, meine Heilpraktikerinnen (in der Eifel und Plettenberg) und so viele liebe Menschen die mir auf diesem Weg begegnet sind und mir in welcher Weise auch immer geholfen haben. DANKE!

Mehr Infos zu Kerstin Werner findest Du hier:
Kerstin Werner – Die Herzöffnerin
https://www.kerstin-werner.de/
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Drei Wochen ohne…

… Ohrenstöpsel. 🙂

15292679_1390088867697751_667542034_oDas ist mir heute bewusst geworden als ich in der Mittagspause in meiner Schreibtischschublade etwas gesucht habe und meine Ohrenstöpsel-Sammlung ganz hinten fand.

Manch einer mag jetzt vielleicht denken: Na und? – Für mich ist dies jedoch ein wichtiger Schritt.

Heute vor 3 Wochen bin ich in ein neues Büro gezogen – mit einem weinenden und einem lachendem Auge. „Drei Wochen ohne…“ weiterlesen

Voll erwischt!

Überstunden, kaum Pausen, kaum Schlaf… Alles zu laut, zu hektisch. Ohrenstöpsel im Dauereinsatz.

Das seit 2,5 Wochen. Meine Arbeit macht mir Spaß, aber das drum herum nicht. Letzten Samstag ging dann gar nichts mehr. Maske aufsetzen funktionierte einfach nicht. Die Tränen waren kaum zu stoppen. Einfach nur weil ich völlig durch war, total reizüberflutet. Keine Energie, keine Möglichkeit mich abzugrenzen, alles prasselte auf mich ein.

Ich suchte Zuflucht im Wald, weil ich dort immer durchatmen kann, weil die Natur für mich die beste Therapie ist, aber selbst das Vogelgezwitscher, was ich sonst beruhigend finde, war mir einfach zu laut. Da half nichts mehr außer der totale Rückzug. Bett, Tee und vor allem Ohrenstöpsel… absolute Stille. Welt aus!

Aber auch dort kam ich zu Anfang nicht zur Ruhe. Völlig erschöpft aber aufgewühlt. Ich versuchte die Tränen zu unterdrücken, ich wollte nicht mehr weinen, nicht mehr fühlen… nur noch schlafen.
Je mehr ich gegen die Tränen ankämpfte, desto schlimmer wurde es. Es hatte mich voll erwischt. Erst als wieder diese drei Worte auftauchten, spürte ich eine Erleichterung:

Annehmen was ist!!!

 Ich akzeptierte die Tränen, die Erschöpfung, die Verzweiflung und konnte endlich loslassen und schlief langsam ein. Fast 15 h hab ich geschlafen. Das hat mein Körper anscheinend dringend gebraucht.
Sonntags ging es mir dann gut und ich konnte mit neuer Kraft in die neue Woche gehen.


Ruhe aus;
Ein Feld, das geruht hat,
trägt herrliche Ernte.
– Publius Ovidius Naso –


Wieder neue, zusätzliche Aufgaben, neue Probleme, jede Menge Überstunden und Ohrenstöpsel auf Dauer. Aber diesmal habe ich jeden Abend den Tag „abgeschlossen“. In Dankbarkeit darauf geschaut was ich geschafft habe und alles was im Kopf noch so an offenen Themen auftauchte auf einen Zettel geschrieben und für den Abend verabschiedet. Tränen die raus wollten haben ich fließen lassen und so konnte ich in Ruhe schlafen und morgens wieder frisch in den Tag starten.

Heute bin ich auch völlig erschöpft und reizüberflutet von der Woche, aber ich gönne mir jetzt direkt die Ruhe und vor allem die Stille die mein Körper braucht. Dieses Wochenende mache ich nur das, was mir gut tut. Kreativ sein, vielleicht etwas lesen oder einen Film schauen und vor allem ab in die Natur. Ein Seelen-Wochenende! 🙂


Ist die Seele ruhig,
so wird auch der Körper bald beruhigt.
– Novalis –


Seit ich meine Hochsensibilität erkannt und akzeptiert habe, achte ich viel besser auf mich, meinen Körper und meine Bedürfnisse und kann viel schneller eine Besserung erzielen anstelle wieder wochen-/monatelang „durchzuhängen“.  Ich erkenne wann der Rückzug zwingend notwendig ist und gönne mir einfach die Zeit. Die Zeit für mich.


Entspannen sollte man immer dann,
wenn man keine Zeit hat.
– Sprichwort –

Zu persönlich?

Letzte Woche hatte ich Besuch von ein paar lieben Bekannten. Wir hatten einen schönen und auch sehr lustigen Nachmittag. Plötzlich kam das Thema auf Flügelschlag und meine Homepage. So viel positives Feedback tat mir echt gut… Eine der Damen war etwas verhalten, sagte dann aber auch etwas:

„Ja aber, das kann doch auch Dein Chef lesen oder Deine Kollegen!“  – Na und?

„Ist Dir das nicht unangenehm?“ – Nein!

„Ja aber man spricht einfach nicht über solche Dinge. Öffentlich über Burn Out oder Depression reden ist schon sehr persönlich!“ – Hm, über einen Bandscheibenvorfall (der übrigens auch oft psychische Ursachen hat) dürfte ich aber offen reden?  Wo ist da der Unterschied?


Wer, wenn nicht mein Chef und meine Kollegen haben in den letzten Jahren meine Krankheit und auch meine Entwicklung genau mitbekommen. Ich bin 5 Tage in der Woche min. 8 h im Büro. Meine Kollegen und meinen Chef sehe ich häufiger als meine Familie und meine Freunde.

Warum sollte ich mich verstellen und wieder eine Maske aufziehen wie ich es jahrelang gemacht habe. Nicht echt sein, funktionieren und irgendwann wieder „zusammenbrechen“?

Nein die Zeiten sind vorbei. Heute stehe ich zu mir, zu meinen Stärken und Schwächen, zu meiner Hochsensibilität und zu meiner Entwicklung die ich durchgemacht habe.

Ich bin stolz auf das was ich erreicht habe und das darf hier gerne jeder lesen: mein Chef, meine Kollegen, Lieferanten, Bekannte, Freunde… Wen auch immer es interessiert. 🙂

Und es tut so gut Feedback zu bekommen von Menschen die einen sehr ähnlichen Weg gehen… oder von Menschen, die durch meine Offenheit – gerade auch im Bezug auf die Hochsensibilität – auf das Thema aufmerksam werden.

Ich werde mich also weiterhin nicht verstecken und über mich, mein Leben und meine Erfahrungen schreiben.

Aber jeder so wie er mag, gell? 😉

Vorlage Spruch des Tages_Blumen_klassisch